„Lebendiger Friedhof“ SPD besichtigt Mombacher Waldfriedhof

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Mombach – Der Mombacher Waldfriedhof ist ein „lebendiger Friedhof“. Davon konnten sich die zahlreichen Teilnehmer einer von der SPD Mombach organisierten fachkundigen Führung über diese bedeutendste aller Mainzer Begräbnisstätten überzeugen. Und die Vorsitzende des Ortsvereins, Katina Tiesler, hatte in ihrer Begrüßung nicht zu viel versprochen.

Wie der Leiter des städtischen Friedhofsbetriebes, Sebastian Trueb, erklärte, ist der Mombacher Waldfriedhof inzwischen der „heimliche Hauptfriedhof“ der Landeshauptstadt. Er nimmt nicht nur die größte Fläche ein und bietet auch für die Zukunft noch ausreichend Platz sondern er zählt heute bereits doppelt so viele Beisetzungen wie der Hauptfriedhof.
Der Waldfriedhof spiegelt die Veränderungen in der Beisetzungskultur wieder. So werden nach den Worten Truebs heute kaum noch Erdbestattungen nachgefragt. Dagegen nimmt das Interesse an Urnenbeisetzungen, vielfach in Rasenflächen oder als Baumgräber stetig zu.

Der Friedhof am Naturschutzgebiet Mainzer Sand ist aber auch Begräbnisstätte verschiedener Religionen und Nationen. Verstorbene islamischen Glaubens können nach islamischen Riten bestattet werden, mit der rituellen Waschung des Leichnams und der sarglosen Beisetzung mit Ausrichtung des Grabes nach Mekka. Und auf eine lange Tradition blicken auch die Grabstätten der Sinti und Roma zurück. Sie fallen nicht nur wegen ihres üppigen Blumenschmucks und des besonderen Lichterschmucks zur Weihnachtszeit auf. Da die Toten nicht verbrannt werden und nicht mit Erde in Berührung kommen dürfen, werden sie in aufwändigen unterirdischen Hohlräumen aus Beton beigesetzt, erläuterte Ralf Biesenack, der Betriebsleiter der Mainzer Friedhöfe.
Am Volkstrauertag rückt die Kriegergedächtnisstätte im Ehrenhain des Waldfriedhofs in den Mittelpunkt des Gedenkens. Dort sind die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallen Mombacher Soldaten eingemeißelt. Und mit einer Tafel wird der Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht. Ein russisches Ehrenfeld erinnert an die mehr als 3.000 russischen Kriegsgefangenen, die hier aus ganz Rheinland-Pfalz bestattet liegen. Das imposante Natursteinmonument wurde im Auftrag der Alliierten errichtet.
Der Mombacher Waldfriedhof ist aber nicht nur Begräbnisstätte sondern mir seinem eindrucksvollen Baumbestand auch eine Parkanlage, die von der Bevölkerung gern zur stillen Erholung genutzt wird.